Medaille knapp verpasst - 4. Platz gewonnen

Playoff
Medaille knapp verpasst - 4. Platz gewonnen
Medaille knapp verpasst - 4. Platz gewonnen

- leider etwa 5-6 mal so weit ins entlegene Reinach im Aargau. Gut vorbereitet waren wir definitiv - aber wie die Gegner einzuschätzen waren nahezu unbekannt.

Bevor es im ersten Match gegen Elgg (nicht Elch!) los ging, war es für Anouk auch schon zu Ende: beim Einspielen bekam sie unglücklich eine Schaufel vom Mitspieler ins Gesicht (keine Absicht!!): Platzwunde an der Lippe, direkt zurück ins Spital zum Nähen. Es ging alles gut, und sie konnte am Sonntag zumindest auf der Bank mit anfeuern.

Mit dem ersten Match überhaupt an der Endrunde waren wir also ohne Idee, wie der Gegner spielen würde. So nahmen wir uns vor, mutig offensiv gleich das Heft in die Hand zu nehmen. Und das gelang! 4:2 für uns nach der ersten Hälfte. Elgg konnte zwar in der zweiten Hälfte erst ausgleichen, doch dies war nur ein kurzes Hoch, und wir hielten Konsequent dagegen, so dass am Ende ein 8:5 für uns heraus sprang - Halbfinale fast schon sicher!

Dann folgte leider wieder eine mörderisch lange Pause von 3 Stunden, die wir auf unser zweites Match warten mussten. Das fiel uns schon einmal während der Saison sehr schwer. Zudem gewann das Team aus Elgg ihr zweites Spiel gegen Floorball Thurgau - also durften wir eigentlich nicht zu deutlich verlieren, sonst wäre der Traum vom Halbfinale bereits ausgeträumt gewesen.

Es kam gegen FB Thurgau aber, wie es kommen musste. Zwar hielten wir gegen den Grossfeld-Verein, mit 5 Sportschülern, aber alle jüngeren Jahrgangs erst noch halbwegs dagegen. Anderthalb Minuten vor der Pause, in denen wir völlig von der Rolle waren reichten, um uns mit drei Toren auf 1:4 davon zu ziehen. Viel Aufbauarbeit nötig, denn sollte das Match so deutlich verloren gehen - ich erwähnte es bereits.

In Hälfte zwei wehrten wir uns wieder etwas besser, konnten weitere vier Tore erzielen. FB Thurgau hatte aber immer die richtige Antwort parat, und so halfen weder die kassierte Zweiminuten-Strafe noch unser anschliessenden Versuche im 4 gegen 3 ohne Torwart - am Schluss 5:8 verloren, und alle dachten, es ist aus. Ein frustrieter Tritt in die Bande bescherte dem Trainer ein Humpeln für den Rest der Endrunde, und viele hatten bereits Tränen in den Augen. Als dann schon alle in der Kabine waren, aber die Erkenntnis: ja, auch Trainer können sich verrechnen. Die Tordifferenz sprach ja doch für uns: +/- 0 bedeutete ja, dass eins von den beiden anderen Teams weniger Tore haben müsste - in diesem Fall UHC Elgg! Doch im Halbfinale!

Die Stimmung brauchte ein wenig um von ganz unten wieder nach ganz oben zu kommen, und dem ein oder anderen kullerten wieder Tränen - diesmal aus Freude und Erleichterung! Immer noch im Turnier konnten wir also die Heimreise antreten. Noch einmal ausschlafen und Kraft tanken.

Im Halbfinale wartete Gastgeber Lok Reinach. Nicht nur körperlich überlegen, sondern auch spielerisch hatten wir sie nach den Beobachtungen vom Vortag erwartet. Dementsprechend defensiv stellten wir uns auf, eher auf Konter hoffend. Das gelang auch erst, allerdings nur knapp vier Minuten lang. Die Schussstärke der Reinacher war einfach gnadenlos - also 0:1. Wir versuchten es trotzdem erst defensiv weiter. Auch das Gelang, denn es dauerte fast zehn Minuten ehe dann doch das 0:2 fiel. Zwischendurch hatten wir aber auch unsere Chancen, doch die Treffsicherheit fehlte uns fast am ganzen Turnier. Viele Chancen, zu wenig ertrag. Nachdem wenig später das 0:3 fiel, wurde es kurz in der Gossauer Fan-Ecke etwas ruhiger. Doch vor der Pause gelang uns tatsächlich doch noch der erste Treffer. Ein wenig mehr Hoffnung für das Match, und nicht ganz so hängende Köpfe in der Pause - dachten wir, aber Reinach scorte fast mit der Halbzeitsirene zum 1:4 ; dem Chancenverhältnis nach nicht ganz gerecht.

Das sollte schwer werden, auch weil wir es nun natürlich offensiver probieren mussten. Zwei Treffer gelangen uns, aber wir wurden immer wieder herb ausgekontert, und das Match ging 3:8 verloren. Trotzdem war die Stimmung nicht zu genickt, auch weil die mitgereisten Fans uns die Treue hielten und immer wieder anfeuerten.

Noch war etwas zu gewinnen, die Bronzemedaille vom letzten Jahr zu wiederholen sollte möglich sein. Zudem durften wir erneut gegen Floorball Thurgau auf eine Revanche hoffen.

Dann folgte aber ein Wechselbad der Gefühle. Eine völlig verkorkste erste Hälfte, in der in zwei Minuten vier Gegentreffer fielen, sorgte dafür, dass sich der Trainer zum ersten mal in der Saison ratlos auf die Bank setzen musste. 3:9 ist eigentlich ein Endrunden Endergebnis, und nicht Halbzeitresultat. Ein Time-out noch vor der Pause sollte Ruhe bringen, brachte es aber kaum.

Viel Aufbauarbeit in der Pause war nötig. Und schliesslich ist im Unihockey ja fast alles möglich? "Zwei Tore gleich nach der Halbzeit, und wir haben noch eine Chance" - so die Worte des Trainers. Und unglaublich: genauso kam es. Zwei Minuten und nur noch 5:9. Die Stimmung auf Gossauer Seite stieg merklich. Und wir spielten uns fast in einen Rausch, Tor um Tor kamen wir heran. Auch das zwischenzeitliche zehnte der Thurgauer bremste nicht 8:10, 9:10 - leider wieder 9:11 - aber es fiel das 10:11. Jetzt konnte es doch noch klappen! Gossauer Fans sorgten für die beste Kulisse, die wir je hatten ("Super Gossau, Super Gossau!"), und wir hatten es auf der Schaufel. Pfosten, daneben, auf den Goalie. Und dann eine Strafe, ausgenutzt, Gegentreffer, und noch weitere zwei Gegentore. Die Kraft war am Ende, die Mittel auch. Die Enttäuschung grenzenlos - so knapp! So toll gekämpft, und doch verloren.

Es wird wahrscheinlich immer noch ein paar Tage dauern, bis klar wird, dass wir hier auf Augenhöhe mit den Besten der Besten mitgespielt haben. Gegen Vereine, die in grösseren Hallen mit viermal so viel Betreuern, viel mehr Spielern, viel mehr Trainings, teilweise parallel auf Gross- und Kleinfeld unterwegs. Und wir hielten mehr als mit. Das kann uns sehr stolz machen auf das Geleistete! Super gemacht, Jungs und Mädel!

Es wäre am Ende noch schön gewesen, wenn Lok Reinach ebenso wie Gossau bei der Endrunde der B-Junioren ein Einlaufen mit Aufrufen der Namen, Best-Player, Starting four, etc. gemacht hätte - leider gab es nichts dergleichen. Gewünscht hätte ich dies meinem Team. So ein Erlebnis vergisst man eben dann doch nicht so schnell.

Dies ist nun mein letzter Bericht als Trainer der C-Junioren - nach vier Jahren als Assistenz- und Haupttrainer möchte ich mich bei allen im Verein, den Spielern und den Eltern bedanken für eine sehr spannende und auch für mich lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte. Es hat sehr viel Spass gemacht, und ich kann jedem nur empfehlen, auch einmal ein Traineramt zu übernehmen. Ja, es ist Arbeit, aber man hat kaum eine direktere Möglichkeit, Kindern Erlebnisse und Orientierung zu geben, an die sie sich noch lange positiv erinnern werden, und sie für ihr späteres Leben prägen können.

Meldet euch doch einfach mal! :-)

Euer Chris

Die detaillerten Resultate gibt es hier.