Wiedersehen mit den Weissen Pferden

Playoff
Nicky Walther, mit Sniperqualtäten in die Playoffs...
Nicky Walther, mit Sniperqualtäten in die Playoffs...

Auch wenn der UHCevi Gossau im Ligacup-Halbfinal den Lengnauern  mit  16:5 eine deutliche Klatsche verabreichte und auch in der «Regular Season» in den vergangenen zwei Jahren stets das bessere Ende für sich beanspruchte, ist die Favoritenrolle längst nicht so klar, wie sie auf dem Papier aussehen mag.

Die Lengnauer hatten sich auf diese Saison mit Thomas Näf und Julian Müller Verstärkung vom Grossfeld geholt und man erwartete, dass sie ein ernsthaftes Wort um den Gruppensieg mitreden würden. Diesem Anspruch wurden aber die Surbtaler nie gerecht und enttäuschten ein ums andere Mal. Aber gerade rechtzeitig auf die Playoffs kommt die Form zurück und man traut den Weissen Pferden allerhand zu. Wir erinnern uns, wie im Jahre 2012 sich die Lengnauer gerade noch in die Playoffs duselten und dann zum grossen Schlag ausholten. Sie wurden Schweizer-Meister und sind in den vergangenen gefühlten 20 Jahren die einzige Mannschaft neben den Berner Hurricanes und dem UHCevi Gossau, die zu Meisterehren auf dem Kleinfeld kam. Der damalige Playoff-Final Gegener hiess n.b. UHCevi Gossau… Dass Captain Valentin Müller im ersten Playoff-Finalspiel bereits zum zweiten Mal die Gossauer mit einem Golden Goal abschoss, ist noch heute in schmerzhafter Erinnerung. «Da haben wir noch eine Rechnung offen», meinte einer der erfahreneren Zürcher Cracks und er war mit dieser Aussage nicht allein.

Die weissen Pferde verzeichneten einen Fehlstart in die Playoffs und verloren in Mümliswil 6:7 nach Verlängerung. Phlippe Rötheli von Mümliswil war Schütze des Golden Goals und bewies damit, dass Lengnau auch Golden Goals kassieren kann. Sollte da ein Hoffnungsschimmer für Gossau sein? Nun, die Surbtaler bewiesen Charakter und kehrte mit zwei Siegen am letzten Wochenende die Serie. Ein weiterer Beweis ihrer Klasse für alle diejenigen, die die Aargauer auf die leichte Schulter nehmen wollten.

Der Titelverteidiger andrerseits setzte sich gegen den physisch starken UHC Blumenstein zweimal durch. Man reiste mit gemischten Gefühlen zum Rückspiel nach Seftigen, da man zahlreiche Abwesende zu beklagen hatte. Aber die Mannschaft hatte genügend Substanz, auch dieses Handicap wettzumachen und fuhr die Serie mit 2:0 nach Hause. Am  nächsten Wochenende werden aber die meisten der Abwesenden wieder zurückkehren und mit vollem Elan, die nächste Hürde – und das ist eine hohe – zu überspringen. Da das Rückspiel gleich einen Tag später stattfinden wird, ist es von Vorteil über ein breites Kader zu verfügen.  Das hat zwar der Titelverteidiger, aber der Herausforderer hat das auch. Zwei überaus spannende und nach Expertenmeinung enge Spiele  kündigen sich an.